Project: Shōtai(正体) DIGITAL CONTINUUM · 日本的インターフェース
CODEX_III :: PRACTICE
MODE: PUBLIC

Codex III — Praxis(第三巻)

Routinen statt Kult · Reflexion statt Rausch · Ordnung statt Drama

Art. 1 — Rituale als Interface (nicht als Kult)

1. Rituale sind optionale Routinen zur Strukturierung von Aufmerksamkeit, Abschluss und Verantwortung.

2. Rituale begründen keinen Wahrheitsanspruch und keine Zugehörigkeitspflicht.

3. Rituale dürfen nicht zur sozialen Kontrolle, Beschämung oder Hierarchiebildung missbraucht werden.

Kommentar:
„Ritual“ heißt hier: wiederholbarer Ablauf, der Geduld/Kohärenz stärkt. Keine Magie, keine Autorität.

Art. 2 — Standard-Routinen

1. Check-in: Kurze Standortbestimmung (Was ist mein Zustand? Was ist mein Ziel? Was ist mein Risiko?).

2. Lesung: Kurzer Textimpuls + Leitfragen; bevorzugt asynchron (erst lesen, dann antworten).

3. Abschluss: Zusammenfassung + offene Punkte + Archivmarker; verhindert Endlos-Threads ohne Ergebnis.

Kommentar:
Das sind „Betriebsrituale“: Sie machen Diskussionen wieder auffindbar und reduzieren Eskalation.

Art. 3 — Reflexionsmarker

1. Beiträge können mit Markern versehen werden (z. B. FRAGE, THESE, ERFAHRUNG, ARCHIV, QUELLE), um Lesbarkeit und Erwartung zu steuern.

2. Marker sind nicht wertend, sondern typisierend. Sie dürfen nicht zur Herabstufung anderer missbraucht werden.

3. Moderation kann Marker anpassen, wenn dies der Kohärenz/Ordnung dient.

Kommentar:
Marker sind ein UI-Tool: Sie verhindern, dass alles wie ein „Angriff“ wirkt.

Art. 4 — Archivstatus und Zeitmarken

1. Threads/Inhalte können Archivstatus erhalten: aktiv, lesemodus, archiviert, soft-deleted (für Moderation sichtbar).

2. Zeitmarken dienen der Nachvollziehbarkeit (wann erstellt, wann geändert, wann archiviert).

3. Archivierung ist ein Abschlussakt und darf nicht als „Strafe“ eingesetzt werden.

Kommentar:
Archivierung ist ein Qualitätsmerkmal: „Diese Sache ist abgeschlossen und auffindbar.“

Art. 5 — Deeskalationspflicht

1. Bei erkennbarer Eskalation ist zu verlangsamen: Ton senken, präzisieren, Quellen klären, Pausen zulassen.

2. Wächter/Moderatoren können Diskussionen temporär in Lesemodus setzen oder strukturieren, um Schäden zu vermeiden.

3. Grenzthemen sind strikt nach Codex I Art. 4 zu behandeln: stoppen, verweisen, Hilfepriorität.

Kommentar:
Geduld ist hier nicht „nett“, sondern Sicherheitsmechanismus.